Klimabewertung des U.S. Department of Energy (DOE)
Ein neuer Ansatz für die Klimawissenschaft
Energieminister Chris Wright hat einen umfassenden Bericht zur Klimabewertung in Auftrag gegeben, um Klarheit in die stark politisierte und medial verzerrte Klimadebatte zu bringen. Der Bericht mit dem Titel „Eine kritische Überprüfung der Auswirkungen von Treibhausgasemissionen auf das Klima in den USA“ wurde von einer unabhängigen Klima-Arbeitsgruppe (CWG) verfasst. Wright betonte, dass die Zielsetzung darin besteht, eine faktenbasierte Grundlage für die Diskussion über Klimapolitik zu schaffen, die Unsicherheiten und offene Fragen nicht verschweigt. Zugleich wird die Öffentlichkeit eingeladen, den Bericht zu kommentieren, um eine offene und respektvolle Debatte zu fördern.
Die Klima-Arbeitsgruppe (CWG)
Die CWG besteht aus renommierten Wissenschaftlern, darunter John Christy, Judith Curry, Steve Koonin, Ross McKitrick und Roy Spencer. Minister Wright hob hervor, dass diese Experten unabhängig agieren und unterschiedliche Meinungen vertreten, was zu einer breiteren Perspektive auf die Themen führt. Obwohl sich die Mitglieder der Gruppe nicht in allen Punkten einig sind, teilen sie den Anspruch, eine wissenschaftlich fundierte und differenzierte Analyse zu liefern.
Die Autoren wurden aufgrund ihrer Expertise, ihrer Genauigkeit und ihrer Bereitschaft ausgewählt, die Debatte auf ein höheres Niveau zu bringen. Minister Wright versicherte, keinen Einfluss auf die Inhalte genommen zu haben – die Ergebnisse basieren ausschließlich auf den besten verfügbaren Daten und wissenschaftlichen Bewertungen.
Der Bericht zur Klimabewertung:
Themen und Kernpunkte
Der Bericht ist bemerkenswert, da er von einem kleinen Team innerhalb kurzer Zeit erstellt wurde, jedoch eine Vielzahl von relevanten Themen behandelt. Er hebt sich durch seine Datenorientierung sowie durch die Einbeziehung natürlicher Klimaschwankungen und menschlicher Einflüsse von anderen Berichten wie denen des IPCC und der US-amerikanischen National Climate Assessments (NCA) ab. Die wichtigsten Kapitel und Themen:
- Kapitel 1: Die wissenschaftliche Grundlage, CO2 als Schadstoff zu betrachten oder nicht.
- Kapitel 2: Vorteile der globalen Begrünung, einschließlich besserer Bedingungen für die Landwirtschaft, sowie eine Bewertung der Ozeanversauerung und der Erholung von Korallenriffen.
- Kapitel 3: Kritik an extremen Emissionsszenarien und eine Analyse des städtischen Wärmeinseleffekts.
- Kapitel 4: Unsicherheiten in Bezug auf die Klimasensitivität, insbesondere basierend auf neuen Studien.
- Kapitel 5: Zweifel an der Eignung globaler Klimamodelle für politikrelevante Analysen.
- Kapitel 6: Analyse extremer Wetterereignisse in den USA seit 1900, unter Berücksichtigung natürlicher Klimavariabilität.
- Kapitel 7: Bewertung von Prognosen zum Meeresspiegelanstieg, einschließlich der Rolle vertikaler Landbewegungen.
- Kapitel 9: Positive Auswirkungen des Klimawandels auf die US-Landwirtschaft, wie höhere CO2-Werte und wärmeres Klima.
- Kapitel 12: Die geringe Wirkung von US-Klimapolitik auf das globale Klima sowie die lange Zeitverzögerung potenzieller Maßnahmen.
Der Bericht hebt hervor, dass er Unsicherheiten und Meinungsverschiedenheiten offen anspricht, anstatt diese zu verschweigen. Er setzt sich kritisch mit den bisherigen Berichten des IPCC und der NCA auseinander, die einige der behandelten Themen nur oberflächlich oder gar nicht behandeln.
Öffentliche Kommentare und Peer Review
Das US-Energieministerium lädt die Öffentlichkeit ein, den Bericht zu kommentieren, und plant eine externe Begutachtung durch Fachkollegen. Bereits jetzt wurden interne Bewertungen durch Wissenschaftler und Verwaltungsangestellte des US-Energieministeriums durchgeführt, die zu kleineren Änderungen am Bericht führten. Die CWG sieht die Kommentare als Chance für Dialog, Lernen und Klärung von Meinungsverschiedenheiten.
Es wird erwartet, dass der Bericht später überarbeitet und erweitert wird, basierend auf den erhaltenen Kommentaren. Die CWG betont, dass der Ansatz des offenen Dialogs eine Abkehr von bisherigen Erfahrungen darstellt, bei denen Kommentare zu Klimaberichten oft ignoriert wurden.
Judith Currys Perspektive
Judith Curry, eine der Autorinnen, beschreibt ihre Motivation, an diesem Bericht mitzuwirken. Sie sieht darin eine Möglichkeit, Klarheit in die Klimawissenschaft zu bringen und wichtige Themen anzusprechen, die in bisherigen Berichten oft vernachlässigt wurden. Obwohl sie anfangs skeptisch war, ob sie ihren Namen unter den Bericht setzen würde, zeigte sie sich äußerst zufrieden mit der Zusammenarbeit und den Ergebnissen.
Aus ihrer Sicht liefert der Bericht eine dringend benötigte Neuausrichtung der Klimawissenschaft – weg von Alarmismus und hin zu einer differenzierten Betrachtung der Klimadynamik. Curry betont, dass die USA nicht nur den Klimawandel als Herausforderung sehen sollten, sondern auch extreme Wetterereignisse und deren Risiken besser adressieren müssen.
Empfehlungen und politische Bedeutung
Der Bericht stellt klar, dass der Klimawandel real ist, jedoch keine existenzielle Bedrohung darstellt. Stattdessen sollten politische Maßnahmen auf realistischen Einschätzungen der Klimarisiken basieren. Curry betont, dass extreme Wetterereignisse oft fälschlicherweise allein fossilen Brennstoffen zugeschrieben werden, während deren tatsächliche Ursachen und Risiken ignoriert werden.
Minister Wright fasst den Ansatz im Vorwort zusammen: Der Klimawandel ist eine Herausforderung, aber keine Katastrophe. Fehlgeleitete Klimapolitik, die auf Angst statt auf Fakten basiert, könnte jedoch das Wohlergehen der Menschen gefährden. Stattdessen sollte die Energiepolitik auf Innovation und den Ausbau von sauberer, bezahlbarer Energie setzen, um sowohl die Wirtschaft zu stärken als auch Milliarden Menschen weltweit aus der Armut zu befreien.
Fazit: Ein neuer Weg für die Klimaforschung
Der Bericht der CWG ist ein bedeutender Schritt hin zu mehr Sachlichkeit und Transparenz in der Klimadebatte. Er bietet eine Grundlage für eine ehrliche Bewertung von Klimarisiken und eine faktenbasierte Diskussion über Energie- und Klimapolitik. Judith Curry hofft, dass der Bericht eine Neuausrichtung der Klimawissenschaft fördert und dazu beiträgt, wesentliche Fragen objektiver zu behandeln.
Der CWG-Bericht lädt dazu ein, Unsicherheiten und Meinungsverschiedenheiten anzuerkennen, wissenschaftliche Erkenntnisse konstruktiv zu diskutieren und politische Maßnahmen auf fundierte Analysen zu stützen – ein Ansatz, der die Klimadebatte nachhaltig verändern könnte.
Beitrag von Judith Curry (englisch):
Download Bericht (englisch):
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