Pressemitteilung Versorgungssicherheit
19. November 2025
Deutschlands blinder Fleck bei der Versorgungssicherheit
Bürgerinitiative Windenergie warnt vor Engpässen bei der Energieversorgung.
Auetal/Rodenberg – Der Landkreis Schaumburg lädt am 25. November 2025 zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung über die geplante Flächenausweisung für Windenergieanlagen im Auetal und in Rodenberg ein. Die Bürgerinitiative Windenergie nimmt diesen Termin zum Anlass, um auf strategische Defizite der deutschen Energiepolitik hinzuweisen, die nach ihrer Einschätzung sowohl die Versorgungssicherheit als auch die wirtschaftliche Entwicklung im digitalen Zeitalter gefährden.
Die Initiative betont, dass der Ausbau erneuerbarer Energien grundsätzlich sinnvoll sei, jedoch die kritische Anforderung an eine kontinuierliche, gesicherte Stromversorgung zunehmend vernachlässigt werde. Obwohl erneuerbare Energien 2025 rekordverdächtige Einspeisemengen erzielt haben, zeigen zentrale Kennzahlen ein gegenteiliges Bild: Die Strompreise an der Börse sind trotz hoher EE-Erzeugung um rund 30 Prozent gestiegen, während gleichzeitig zahlreiche Anlagen abgeregelt werden mussten. Im ersten Halbjahr 2025 kam es zu über einer Million Redispatch-Eingriffen – Eingriffe, die notwendig sind, weil das Stromnetz die Einspeisung nicht mehr aufnehmen kann.
Nach Einschätzung der Bürgerinitiative liegt das Problem nicht im Mangel an Windrädern, sondern im fehlenden Ausbau der Infrastruktur. Strom könne vielerorts nicht dorthin transportiert werden, wo er benötigt werde. Dadurch entstünden immer höhere Kosten für nicht genutzte Energie sowie für die EEG-Förderung, die allein im ersten Halbjahr 2025 rund 7,4 Milliarden Euro verschlungen habe.
Auch der Oktober 2025, von Befürwortern als „Erfolgsmonat“ gefeiert, sei aus Sicht der Initiative ein eindeutiger Warnhinweis. Zwar lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bei 64,2 Prozent, doch dahinter verbargen sich zunehmende Instabilitäten. Die Netzfrequenz stand häufiger unter Druck, die EEG-Kosten stiegen weiter an und es kam zu 10.891 Redispatch-Eingriffen – rund 65 Notmaßnahmen pro Tag. Gleichzeitig wurden etwa 2 TWh Strom abgeregelt, was der Monatsproduktion zweier Atomkraftwerke entspricht. Für die Bürgerinitiative zeigt dieser Monat deutlich, dass hohe Einspeiseanteile nicht gleichbedeutend mit hoher Versorgungssicherheit sind.
Besonders kritisch bewertet die Initiative die Folgen der Energiepolitik für KI-Rechenzentren, die weltweit einen rasch wachsenden Anteil am Stromverbrauch haben. Moderne KI-Systeme und digitale Anwendungen benötigen eine 24/7 CO2-freie, physisch verfügbare Stromversorgung, wie sie internationale Tech-Konzerne mittlerweile als Standard einfordern. Die deutsche Energiepolitik – etwa durch das Energieeffizienzgesetz – verlangt zwar bilanziell 100 Prozent erneuerbaren Strom, bietet jedoch keine Garantie für ständige Verfügbarkeit. In Phasen niedriger Einspeisung sei die Versorgungssicherheit für solche kritischen Rechenlasten nicht gewährleistet, was die Standortattraktivität erheblich mindere.
„Die Priorität von Bundes- und Landesregierung liegt derzeit auf der Schaffung neuer Windkraftflächen, doch es wird ausgeblendet, dass das Stromsystem eine steuerbare, verlässliche Energieversorgung braucht“, erklärt Manfred Bartsch von der Bürgerinitiative. „Solange Deutschland auf diese technologische Notwendigkeit nicht mit grundlastfähigen Alternativen reagiert, riskieren wir nicht nur Engpässe im industriellen Maßstab, sondern auch die Abwanderung strategisch wichtiger digitaler Infrastruktur.“
Vor diesem Hintergrund stellt die Bürgerinitiative die Frage, warum zusätzliche Windenergieanlagen in Auetal und Rodenberg erforderlich sein sollen, wenn der bestehende Ausbau bereits zu zunehmenden Netzproblemen und instabilen Systembedingungen führt.
Die Initiative ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die nationalen Rahmenbedingungen und ihre lokalen Auswirkungen kritisch zu hinterfragen und sich aktiv an der Informationsveranstaltung zu beteiligen.
Mehr Informationen: bi-windenergie.de
Windenergie im Auetal und in Rodenberg
Öffentliche Infoveranstaltung:
Dienstag, 25. November 2025, 18:00 Uhr – Sägewerk Lauenau.
Hinweis zur Veröffentlichung
Die Redaktion der Schaumburger Zeitung hat unsere Pressemitteilung nicht zur Veröffentlichung angenommen und sie am 19. November telefonisch abgelehnt, da aus Sicht der Redaktion kein ausreichender regionaler Bezug gegeben sei.
Da wir jedoch regelmäßig Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern erhalten, die sich über die Hintergründe der Energieversorgung, die Auswirkungen auf die Region sowie die Bedeutung der Versorgungssicherheit informieren möchten, stellen wir die Pressemitteilung dennoch auf unserer Website bereit. Unser Ziel ist es, die Öffentlichkeit transparent über Entwicklungen zu informieren, die langfristig Einfluss auf unsere Gemeinden, die regionale Infrastruktur und die Lebensqualität haben können. Bitte diese Seite gerne teilen.

