Instabiles Stromnetz 2025
Instabiles Stromnetz 2025 – ein neuer Rekord?
22. Januar 2026 – Stefan Spiegelsperger
Das Jahr 2025 bringt nach dieser Analyse keine Entspannung für das deutsche Stromnetz – im Gegenteil. Die Zahl der Redispatch-Notfalleingriffe ist erneut gestiegen und erreicht mit rund 19.300 Eingriffen einen neuen Höchststand. Damit hat sich die Eingriffszahl seit 2019 nahezu vervierfacht. Für Stefan Spiegelsperger ist dies ein klarer Hinweis auf eine weiter zunehmende Instabilität des Netzes.
Redispatch als Dauerzustand
Redispatch-Maßnahmen sind längst kein Ausnahmeinstrument mehr, sondern tägliche Routine. Ursache bleibt die bekannte Schieflage: hohe Windstromerzeugung im Norden, unzureichende Leitungen in den Süden und gleichzeitig fehlende Einspeisung bei Dunkelflauten. Auffällig ist 2025, dass zwar die insgesamt bewegten Strommengen leicht gesunken sind, die Anzahl der Eingriffe jedoch weiter steigt. Gleichzeitig haben positive Redispatch-Maßnahmen zugenommen – ein Zeichen dafür, dass Strom immer häufiger kurzfristig fehlt und teuer nachgeregelt werden muss.
Verlagerung der Probleme in vorgelagerte Netze
Ein Teil der Entlastung im Übertragungsnetz entsteht offenbar nicht durch strukturelle Verbesserungen, sondern durch eine Verlagerung der Eingriffe in vorgelagerte Netze, etwa bei Bahn- und Verteilnetzen. Besonders Solarstrom wird zunehmend abgeregelt: zeitweise zehntausende Anlagen gleichzeitig. Trotz dieser massiven Abregelungen wird der Ausbau weiter vorangetrieben.
Kostenvergleich mit anderen Ländern
Finanziell zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht. Allein im November 2025 lagen die Redispatch-Kosten in Deutschland bei rund 1,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Frankreich bewegt sich im Bereich von unter 50 Millionen Euro, Österreich bei unter 100 Millionen Euro, Polen sogar im einstelligen Millionenbereich. Für Spiegelsperger zeigt dieser Vergleich den Unterschied zwischen grundlastfähigen Stromsystemen und stark wetterabhängiger Erzeugung.
EEG-Konto: Milliardenlast für den Steuerzahler
Auch das EEG-Konto bleibt hoch belastet. Trotz gesunkener Vergütungssätze bei Neuanlagen führen Altanlagen mit langfristigen Förderzusagen zu hohen Durchschnittskosten. Für 2025 summieren sich die Ausgaben auf rund 16,5 Milliarden Euro. Die Finanzierung erfolgt nicht mehr über die Stromrechnung, sondern über Steuermittel – rechnerisch mehrere hundert Euro pro Steuerzahler.
Fazit
2025 bestätigt den Trend der Vorjahre: mehr Anlagen, mehr Eingriffe, hohe Kosten – bei kaum wachsendem Nutzen für Versorgungssicherheit oder Wirtschaftlichkeit. Die Analyse stellt die Frage, ob der eingeschlagene Kurs tatsächlich zu einem stabilen und bezahlbaren Stromsystem führt – oder ob die Belastungen weiter steigen.
Stefan Spiegelsperger

Stromnetz 2025
Ist das deutsche Stromnetz instabil? – Wie hoch waren die Redispatch-Maßnahmen? – Wie hat sich das EEG-Konto entwickelt?
Video von: Energie & Vorsorge Chiemgau / Outdoor Chiemgau
Titelbild: AI ChatGPT

