Pressemitteilung Brandgefahr 25-2

19. März 2025
Windpark Auetal: Brandgefahr durch Sprengung?
Nach Recherchen der Bürgerinitiative „BI-Windenergie“ bestehen Bedenken hinsichtlich der geplanten Windparkerrichtung in der Nähe eines aktiven Steinbruchs.
Hattendorf/Langenfeld: Die Errichtung eines Windparks in unmittelbarer Nähe des aktiven Steinbruchs Segelhorst bei Langenfeld stellt eine besondere Herausforderung dar, insbesondere wenn der Untergrund aus Korallenoolith-Kalkstein besteht. In der Region wurde schon vor langer Zeit Gestein abgebaut. Der harte Kalkstein, der mit der Härte von Marmor verglichen werden kann, wurde wenige hundert Meter vor der Ortsgrenze von Hattendorf in einer sogenannten Steinkuhle von Hand abgebaut und zu Bausteinen für die Kellerfundamente der alten Fachwerkhäuser verarbeitet. Diese Gesteinsformation, die sich nachweislich über mehrere Kilometer erstreckt, ist zwar tragfähig, aber auch anfällig für Erschütterungen und Erosion.
Die Sprengungen im Steinbruch erzeugen seismische Wellen, die sich über weite Strecken im Gestein ausbreiten und die Standsicherheit der Windkraftanlagen gefährden können. Diese Erschütterungen können zu Rissen in den Fundamenten und im Korpus der Anlagen, aber auch zu Schäden am Generator und im schlimmsten Fall zu Bränden führen – ein Risiko, das durch die Nähe zum Wald noch erhöht wird.
Um die Sicherheit und Langlebigkeit des Windparks zu gewährleisten, ist eine detaillierte Planung unter Berücksichtigung der geologischen Gegebenheiten unerlässlich. Der NIBIS Kartenserver liefert dazu wertvolle Informationen, da er die zahlreichen Tiefbohrungen im Gebiet des Steinbruchs dokumentiert und damit die Ausdehnung des Korallenoolith-Kalksteins abbildet. Auf dieser Grundlage müssen robuste Fundamente konstruiert und umfassende Monitoringsysteme implementiert werden, um die Auswirkungen der Sprengungen auf die Windkraftanlagen zu überwachen und frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.
Die Bürgerinitiative „BI-Windenergie“ stellt daher die Frage: Welche Erfahrungen haben die Projektierer und der zukünftige Betreiber mit Windparks in einer solch besonderen geologischen Situation? Eine umfassende Wirtschaftlichkeitsanalyse, die all diese Faktoren berücksichtigt, ist unerlässlich, um die langfristige Rentabilität des Projekts zu beurteilen. Die BI fordert Transparenz und eine umfassende Risikobewertung, um die potenziellen Auswirkungen auf die Umwelt und die Sicherheit der Anwohner zu minimieren.
Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, an die verantwortlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Einrichtungen und an alle Politikerinnen und Politiker: Seien Sie kritisch gegenüber der Errichtung eines Windparks in der Nähe des Steinbruchs Segelhorst bei Langenfeld.
Mehr Infos: bi-windenergie.de.
Download Grafiken –
Print:
https://bi-windenergie.de/wp-content/uploads/Windpark-Auetal-Seismische-Simulation-Google-Earth-300dpi.jpg
Web:
https://bi-windenergie.de/wp-content/uploads/Windpark-Auetal-Seismische-Simulation-Google-Earth-1600×900-1.webp
Die Grafiken zeigen eine seismische Simulation nach einer Sprengung im Steinbruch Segelhorst bei Langenfeld. Zwei Entfernungsmarken in nur 1,6 und 2,1 km Entfernung.
Aufgedeckt in Online- und Print-Medien
Alle Möglichkeiten genutzt: So funktioniert guter regionaler Journalismus.
Der Bericht „Rätselraten um Windkraft-Pläne“ von Christian Branahl gibt Aufschluss über die komplexen Planungen für den Windpark im Auetal. Das Unternehmen Sabowind plant bis zu zehn Windenergieanlagen und wartet die Entscheidung des Rates im Juni ab. Dabei stellt sich die Frage: Nur rund zehn statt der zunächst 232 Hektar Fläche? Hat der Windkraft-Projektentwickler Sabowind dann überhaupt noch Interesse? „Wir bleiben dran“, sagt auf Nachfrage der Redaktion Kerstin Veit, Leiterin Projektentwicklung beim Unternehmen. Dass die Gutachter nur ein kleines Areal dort vorsehen würden, sei bekannt. Dazu gebe es auch Gespräche mit dem Landkreis. Gleichzeitig äußern Bewohner aus Feggendorf und Hattendorf Befürchtungen und die Bürgerinitiative bringt neue Bedenken gegen den Windpark bei Hattendorf vor.
Mail an Landkreis Schaumburg

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir, die Bürgerinitiative „BI-Windenergie“, wenden uns an Sie im Hinblick auf die öffentliche Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung am 24.03.2025. Wir möchten dringend auf unsere Bedenken bezüglich des geplanten Windparkprojekts in der Nähe von Hattendorf aufmerksam machen und bitten um Zuweisung unseres Anliegens zum Punkt 8, der Einwohnerfragestunde.
Unsere Bedenken sind vielschichtig und betreffen insbesondere die einzigartige geologische Situation in diesem Gebiet. Während bei normalen Bodenverhältnissen seismische Wellen von Steinbrüchen in 1 bis 2 km Entfernung zu einem Windpark in der Regel kein Problem darstellen, ist die Situation hier anders. Der Untergrund besteht aus hartem Korallenoolith-Kalkstein, der die Ausbreitung von Erschütterungen über Kilometer hinweg ermöglicht.
Dies birgt erhebliche Risiken, die wir in unserer Pressemitteilung detailliert dargelegt haben. Dazu gehören unter anderem:
- Gefährdung der Standsicherheit der Windkraftanlagen: Die Sprengungen im aktiven Steinbruch Segelhorst bei Langenfeld erzeugen seismische Wellen, die die Fundamente und die Anlagen selbst beschädigen können.
- Erhöhte Brandgefahr: Die potenziellen Schäden an den Anlagen, insbesondere im Generatorbereich, können zu Bränden führen, was durch die Nähe zum Wald noch verstärkt wird.
Weitere Argumente entnehmen Sie bitte unserer Pressemitteilung:
https://bi-windenergie.de/pressemitteilung-brandgefahr-25-2/
Brandgefahr – Details dazu finden Sie hier:
https://bi-windenergie.de/windpark-auetal-brandgefahr/
Für die Print-Ausgabe stellen wir Ihnen eine PDF-Datei mit allen relevanten Informationen zur Verfügung:
https://bi-windenergie.de/wp-content/uploads/Windpark-Auetal_Brandgefahr_BI-Windenergie.pdf
Wir haben erfahren, dass aus dem „Potenzialflächenkomplex (PFK) Windenergienutzung Hattendorf“ eine Gesamtfläche von 10,5 ha ausgewiesen ist. Aus einem Pressebericht vom 27.11.2024 entnehmen wir folgendes:
Kommunen können zusätzlich ausweisen
Unbenommen bleibt es im Übrigen den Kommunen, ganz unabhängig von den genannten Vorranggebieten, in ihren Flächennutzungsplänen Sonderbauflächen für Windenergieanlagen auszuweisen. Dies würden dann aber wohl kleinere Anlagen sein.
Die Ausweisung von Vorranggebieten soll laut Heimann „eine Steuerungsfunktion“ haben, das heißt, die Installation größerer Windräder „möglichst zu bündeln“. Deshalb müssen pro Fläche mindestens drei Anlagen möglich sein.
In einem weiteren Pressebericht „Über zwei Millionen Euro Defizit: So will Gemeinde Auetal den enormen Schuldenberg wuppen“ heißt es:
Die Gemeinde rechnet mit hohen sechsstelligen Einnahmen pro Jahr durch die geplanten Großprojekte wie den Logistikpark in Rehren, den Windpark bei Hattendorf sowie die Flächenphotovoltaikanlagen bei Antendorf und Rehren. In Sachen Einnahmen wolle die Gemeinde Auetal künftig „Vorbild“ werden, so Bürgermeister Lohmann.
Deshalb unsere Frage: Kann in dem Gebiet südlich von Hattendorf ein Windpark mit 10 Windkraftanlagen entstehen?
Auf unserer Website haben wir in den letzten Monaten viele Informationen zusammengetragen. Bitte bewerten Sie auch die Themen Naturschutz und Biodiversität. Für die Entwicklung der Energiewende stellt sich die Frage, ob mit dem Status Quo und dem Motto „Weiter so“ die Klimaneutralität bis 2045 erreicht werden kann.
Wir sind überzeugt, dass unser Anliegen von großer Bedeutung ist und bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und Unterstützung.
Mit freundlichen Grüßen
Manfred Bartsch & Karl Hampel
Bürgerinitiative Windenergie
Auetal und Rodenberg
Auf unsere Frage:
Kann in dem Gebiet südlich von Hattendorf ein Windpark mit 10 Windkraftanlagen entstehen?
Antwort vom Bürgermeister der Gemeinde Auetal Jörn Lohmann (CDU):
Nein, auch für den Fall, dass die EG Auetal als Inhaberin der Planungshoheit über die im RROP ausgewiesene Windpotenzialfläche hinaus planerisch tätig wird, werden südlich der Ortschaft Hattendorf keine 10 Windenergieanlagen entstehen.