Wettbewerb und Windkraft

Leserbrief
Bezug: Mehr Markt oder mehr Sicherheit für Ökostrom? – SZ vom 16. Januar 2025.
Gedruckt: Schaumburger Zeitung und Schaumburger Nachrichten – 25. Januar 2025.
Wettbewerb entscheidet: Wie geht es mit der Windenergie weiter?
Ein Nachfolgemodell für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist wichtig. Die 18,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 für die Betreiber von Wind- und Solarparks sind zu viel. Zudem machen die im Artikel beschriebenen Strompreisschwankungen deutlich, dass die bisherige Ausrichtung der Energiewende überdacht werden muss. Die Fokussierung auf einen möglichst schnellen Ausbau der Windenergie, wie beispielsweise der geplante Windpark im Auetal in einem Landschaftsschutzgebiet zeigt, führt zu einer Vernachlässigung anderer wichtiger Aspekte. Fehlende Speicherkapazitäten und die damit verbundenen Schwankungen in der Stromversorgung gefährden die Versorgungssicherheit. Zudem werden durch den unbedachten Ausbau von Windkraftanlagen wertvolle Naturräume zerstört, wie es im Naturschutzgebiet Hohenstein zu erwarten ist.
Zukunftsweisender und umweltfreundlicher ist eine dezentrale Energieversorgung, bei der deutlich mehr Photovoltaik-Strom aus privaten Anlagen zusammen mit dem Strom anderer Erzeuger in “Virtuellen Kraftwerken” koordiniert wird. Der Zusammenschluss dezentraler Energieeinheiten und zusätzliche Großspeichern im Stromnetz ermöglichen eine stabile und flexible Energieversorgung, ohne dass große Windparks in sensiblen Gebieten errichtet werden müssen. Die übermäßige Fokussierung auf Windkraft, wie sie der geplante Windpark mit zehn Anlagen im Auetal zeigt, muss zugunsten einer ausgewogeneren Energieversorgung korrigiert werden.
Eine stärkere Konzentration auf Energiesicherheit durch den Ausbau von Speicherkapazitäten und eine intelligentere Netzplanung stehen nicht im Widerspruch zu einem funktionierenden Energiemarkt. Im Gegenteil, eine stabile und zuverlässige Energieversorgung ist Voraussetzung für einen funktionierenden Markt.
Um die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung zu erhöhen, müssen regionale Interessen stärker berücksichtigt werden. Entscheidend ist dabei ein ausgewogener Energiemix, der neben bestehenden Windkraftanlagen und zusätzlichen Photovoltaikanlagen auch andere Technologien wie die Kraft-Wärme-Kopplung umfasst. Zudem sollten die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die Planungsprozesse eingebunden werden.
Manfred Bartsch
Lauenau
