Die Klimakatastrophe findet nicht statt
Neue Bewertung der Klimaszenarien des IPCC
Nach Darstellung von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt markiert der 7. April 2026 einen Wendepunkt in der Klimadebatte. An diesem Tag veröffentlichten 44 Wissenschaftler des Weltklimarats (IPCC), die an den Emissions- und Klimaszenarien mitgewirkt haben, eine neue Einschätzung: Das bislang häufig verwendete Extremszenario RCP 8.5, das Temperaturanstiege von bis zu fünf Grad Celsius bis zum Jahr 2100 nahelegte, wird als „unplausibel“ bezeichnet.
Dieses Szenario war über Jahre Grundlage zahlreicher öffentlicher Debatten und diente vielfach als Referenz für drastische Klimaprognosen. Besonders hervorzuheben ist aus Sicht Vahrenholts, dass diese Neubewertung von den Wissenschaftlern selbst stammt, die für die Szenarien des Weltklimarats verantwortlich waren. Er kritisiert, dass diese Entwicklung in Deutschland kaum öffentliche Aufmerksamkeit findet – weder in Politik noch in großen Medien.
Das Ende des Extremszenarios RCP 8.5
RCP 8.5 basierte auf der Annahme stark steigender CO2-Emissionen und einer massiven Zunahme fossiler Energienutzung bis zum Ende des Jahrhunderts. Daraus ergaben sich Modellrechnungen mit Temperaturanstiegen von mehr als vier Grad Celsius.
Kritiker des Szenarios hatten jedoch bereits seit Jahren darauf hingewiesen, dass die zugrunde gelegten Annahmen unrealistisch seien. Unter anderem wurde argumentiert, dass die angenommene Verdreifachung fossiler Energieträger kaum mit realistischen Ressourcenentwicklungen vereinbar sei. Dennoch wurde RCP 8.5 vielfach als mögliches „Weiter-so-Szenario“ („business as usual“) verwendet und prägte öffentliche Diskussionen sowie politische Entscheidungen.
Folgen für Politik und Rechtsprechung
Besonders kritisch bewertet Vahrenholt den Umstand, dass politische Maßnahmen und rechtliche Entscheidungen auf Basis solcher Szenarien getroffen wurden. Er verweist dabei ausdrücklich auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutzgesetz aus dem Jahr 2021, das sich auf damalige IPCC-Berichte stützte und einen globalen Temperaturanstieg von mehr als drei Grad Celsius als wahrscheinlich bezeichnete.
Aus seiner Sicht ist besonders bemerkenswert, dass ein Szenario, das inzwischen von den verantwortlichen Wissenschaftlern selbst als unplausibel eingestuft wird, als Grundlage weitreichender politischer Entscheidungen diente. Diese Entwicklung hätte – so die Kritik – Anlass für eine erneute politische und gesellschaftliche Diskussion geben müssen.
Welche Szenarien gelten heute als wahrscheinlich?
Nach der neuen Bewertung der IPCC-Autoren werden künftig realistischere Emissionspfade betrachtet. Ein sehr hohes Emissionsszenario bleibt zwar bestehen, wird jedoch selbst von den Autoren als unwahrscheinlich bezeichnet.
Als wahrscheinlichste Entwicklung gilt ein mittleres Szenario, das sich an heutigen energiepolitischen Trends orientiert. Dieses geht davon aus, dass die globalen Emissionen zunächst auf ähnlichem Niveau bleiben und später stagnieren oder zurückgehen. Nach den dargestellten Berechnungen ergäbe sich daraus bis zum Jahr 2100 eine zusätzliche Erwärmung von rund 1,1 Grad Celsius gegenüber heute.
Vahrenholt folgert daraus, dass die oft beschworene „Klimakatastrophe“ in dieser Form nicht eintreten werde. Stattdessen fordert er eine grundlegende Neubewertung der Klima- und Energiepolitik sowie eine offenere Diskussion über die Tragfähigkeit bisheriger Annahmen.
Warum bleibt die Diskussion aus?
Für Vahrenholt ist weniger die Neubewertung selbst die zentrale Frage als vielmehr die fehlende öffentliche Debatte darüber. Wenn zentrale Annahmen früherer Klimamodelle korrigiert werden, müsse dies aus seiner Sicht auch politische Konsequenzen haben und eine offene Diskussion über Gesetze, Subventionen und energiepolitische Strategien nach sich ziehen.
Er kritisiert, dass diese Auseinandersetzung in Deutschland bislang weitgehend ausbleibt – obwohl die Neubewertung der Szenarien nach seiner Einschätzung erhebliche Auswirkungen auf die Grundlage der bisherigen Klimapolitik haben könnte.
Rundbrief von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Der Rundbrief kann auf der Website abonniert werden:
Titelbild: © magnific.com – Montage mit Prof. Dr. Fritz Vahrenholt.



