Artenschutz und Windkraft

Leserbrief
Bezug: Der Katze über die Straße helfen – SN vom 05. März 2025.
Gedruckt: Schaumburger Nachrichten und Schaumburger Zeitung – 15. März 2025.
Konflikt zwischen Artenschutz und Windkraft
Während das Projekt zur Wiederansiedlung der Wildkatze im Deister und im Haster Wald von einem beeindruckenden Engagement geprägt ist, zeigt sich im Auetal ein ganz anderes Bild. Zwar wurden auch hier Wildkatzen gesichtet, doch steht hier weniger der Schutz der Wildkatze als vielmehr die Nutzung des Gebietes für ein Windenergieprojekt im Vordergrund.
Im Auetal, wo ein sehr großer Windpark geplant ist, wird die Wildkatze ignoriert. Anders als im Deister fehlt hier die aktive Unterstützung durch Naturschutzverbände. Stattdessen stehen die Interessen der Windkraft im Vordergrund. Windparks stellen eine Bedrohung für die scheuen Tiere dar. Studien zeigen, dass Windkraftanlagen Wildkatzen durch Lärm und Zerstörung von Rückzugsräumen vertreiben können.
Das Engagement im Deister-Projekt sticht heraus: Hier arbeiten Naturschützer, Behörden und sogar die Autobahn GmbH zusammen, um Lebensräume zu vernetzen und die Wildkatze aktiv zu schützen. Im Auetal hingegen fehlt eine vergleichbare Initiative. Die Wildkatze wird zwar vereinzelt gesichtet, konkrete Schutzmaßnahmen fehlen jedoch.
Die Situation im Auetal verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Klimaschutz und Artenschutz. Windenergie ist ein wichtiger Baustein der Energiewende, darf aber nicht auf Kosten bedrohter Arten wie der Wildkatze gehen. Um die Energiewende voranzutreiben und gleichzeitig den Lebensraum der Wildkatze zu erhalten, muss ein Ausgleich zwischen beiden Zielen gefunden werden.
Das Deister-Projekt zeigt, wie viel durch Kooperation und Engagement erreicht werden kann. Im Auetal hingegen bleibt die Wildkatze stiller Beobachter in einem Konfliktfeld, das dringend mehr Aufmerksamkeit und Schutzmaßnahmen erfordert.
Manfred Bartsch
Lauenau
