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Kein Windpark am Deisterhang!
Projekt vorerst vom Tisch, Kritik bleibt.
Wie in den Schaumburger Nachrichten vom 17.01.2025 zu lesen war, lehnt die Politik in der Samtgemeinde Rodenberg die Forderung nach zusätzlichen Windkraftflächen am Deister ab. SPD, CDU und WGSR verweisen auf das naturschutzfachliche Gutachten, die Vorgaben des Landes Niedersachsen und die Bedeutung des Deisters als Naherholungsgebiet. Sie betonen den Schutz der Artenvielfalt und die hohe Bevölkerungsdichte im Landkreis Schaumburg. Die Diskussion um weitere Windenergieflächen sei überflüssig. Eine Studie aus dem Jahr 2023 zeige zudem, dass Windkraftanlagen für ein Drittel der Todesfälle bei Rotmilanen verantwortlich seien.
Ein großes Lob an unsere Kommunalpolitikerinnen und -politiker!
Der Wind hat sich gedreht. Es bleibt abzuwarten, ob die Planung zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen wird. Der Realisierungswunsch eines Projektentwicklers ist schnell formuliert. In anderen Landesteilen hat es bereits mehrere Wiederaufnahmeverfahren gegeben.

Die Projektierung des Windparks Rodenberg zeigte Potenziale für lokale Energieerzeugung und Wertschöpfung auf, ließ aber wesentliche Fragen offen. Kritisiert wurden die mangelnde Berücksichtigung des Naturschutzes und die fehlende Rücksichtnahme auf die Gesundheit der Menschen. Die Abhängigkeit von überregionalen Netzausbauprojekten und die Unsicherheit über zukünftige gesetzliche Rahmenbedingungen ließen Zweifel an der langfristigen Tragfähigkeit des Projektes aufkommen.

Kritischer Blick: Windpark Rodenberg – Chancen und Herausforderungen für die Region
Der Windpark Rodenberg im Landkreis Schaumburg wurde von TC-Wind und Solar als nachhaltiges Energieprojekt vor Ort vorgestellt. Trotz der Vorteile der regionalen Wertschöpfung und Einkommensquellen blieben jedoch wesentliche Fragen und Risiken offen. Insbesondere der Naturschutz, die regionale Verteilung der Windenergie und politische Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Gesetzgebung waren nicht unerhebliche Aspekte, die das Projekt in einem kritischen Licht erscheinen ließen.
Natur- und Umweltschutzaspekte unterbelichtet
Naturschutzaspekte scheinen im Projekt Windpark Rodenberg kaum berücksichtigt worden zu sein. Eingriffe in das Landschaftsbild und Beeinträchtigungen von Flora und Fauna wurden kaum thematisiert. Zudem blieb unklar, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten, um die Auswirkungen auf die lokale Tierwelt, wie z.B. geschützte Vogelarten, zu minimieren. Bei einem Projekt dieser Größenordnung und in einer Zeit, in der Umweltbewusstsein wichtiger denn je ist, wäre eine transparente Darstellung der Umweltauswirkungen und der Ausgleichsmaßnahmen unerlässlich gewesen.
Regionale Schieflage bei der Verteilung der Windenergieanlagen
Der Windpark Rodenberg wäre Teil des ohnehin starken Ausbaus der Windenergie in Norddeutschland gewesen, während in südlicheren Regionen vergleichsweise wenig in Windenergie investiert wird. Diese ungleiche Verteilung zwischen Nord- und Süddeutschland stellt die bundesweite Energienutzung vor Herausforderungen. Da große Mengen Windstrom vom Norden in den Süden transportiert werden müssen, ist der Ausbau des Stromnetzes – insbesondere der lange und teure SüdLink – unerlässlich. Der Ausbau hat jedoch gerade erst begonnen und steht vor umfangreichen Genehmigungsverfahren und baulichen Herausforderungen, die sich über Jahre hinziehen können.
Gewinnbeteiligung der Kommunen – keine langfristige Planungssicherheit
Ein weiteres Argument für die Akzeptanz vor Ort sei die Gewinnbeteiligung der Gemeinde Rodenberg nach dem EEG 2023 gewesen. Die Einnahmen sollten bei 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde liegen, was der Gemeinde jährlich bis zu 16.000 Euro pro Windenergieanlage und über 20 Jahre rund 320.000 Euro eingebracht hätte, so die Prognose. Doch diese Finanzierung ist unsicher: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) könnte nach der Bundestagswahl 2025 von einer konservativen Regierung reformiert werden, was die Grundlage für diese Gewinnbeteiligung gefährden würde. Ohne eine verlässliche finanzielle Perspektive wäre es für die Gemeinde schwer einzuschätzen gewesen, ob der Windpark tatsächlich eine nachhaltige Investition darstellt oder ein finanzielles Risiko birgt.
Regionale Steuerung – unklarer Nutzen für die Kommune
Zwar wäre der erzeugte Strom mit Unterstützung der Bürger Energiegenossenschaft Schaumburg und der Energie Nordschaumburg ins Netz eingespeist worden, inwieweit diese Kooperation aber tatsächlich zur regionalen Energieversorgung beigetragen hätte, blieb offen. Der Windpark wäre primär mit dem Ziel betrieben worden, Strom in das allgemeine Netz einzuspeisen, so dass die Einflussmöglichkeiten auf die regionale Stromversorgung begrenzt geblieben wären. Die Wertschöpfung verbleibt nicht vollständig in der Region, da die Betreibergesellschaft wpd onshore ihren Sitz in Bremen hat und die Einnahmen nicht ausschließlich vor Ort versteuert worden wären.
Potenzialflächen für Windenergie in Rodenberg
Im Gebiet Rodenberg wurde ein Potenzialflächenkomplex (PFK) zur Nutzung von Windenergie ausgewiesen. Dieser befindet sich etwa 900 Meter südöstlich von Rodenberg und 900 Meter nördlich von Feggendorf, grenzt westlich an die Waldbereiche des Deisters an und liegt westlich der Grenze zur Region Hannover. Der Komplex besteht aus drei Teilflächen mit einer Gesamtgröße von 81,2 Hektar. Die Eignung der möglichen Windenergieflächen in Rodenberg wurde bereits unter Berücksichtigung von Kriterien wie Wohnnutzung, Naturschutz und Landschaftsbild geprüft. Eine gegliederte Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse:
Landschaftsrahmenplan
Ein Kartenausschnitt gibt Hinweise auf mögliche Naturschutzgebiete in Rodenberg, Apelern und am Westhang des Deisters. Die drei Auenlandschaften Rodenberger Aue, Riesbach und Schlierbachniederung bilden ein zusammenhängendes, ökologisch hoch bedeutsames System im Süden des Deisters. Sie verbinden Wald- und Offenlandräume, dienen als Brut- und Nahrungshabitate für zahlreiche geschützte Arten – insbesondere für den Schwarzstorch und den Rotmilan – und sichern den Biotopverbund zwischen den feuchten Niederungen und den Hängen des Deisters. Die geplanten Windenergie-Potenzialflächen liegen teils unmittelbar in diesem Verbundraum. Eine Beeinträchtigung dieser Gebiete hätte gravierende Auswirkungen auf den Naturhaushalt und die Artenvielfalt.
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Der Naturschutz, ursprünglich motiviert durch die Wertschätzung der Natur an sich und ihre Bedeutung für das menschliche Leben, hat sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer globalen Herausforderung entwickelt. Nach den Zerstörungen zweier Weltkriege und der intensiven Nutzung natürlicher Ressourcen in der Nachkriegszeit wurde die Notwendigkeit eines umfassenden Naturschutzes immer dringlicher.

In der heutigen Informationsflut ist die Suche nach der Wahrheit wichtiger denn je. Das Zitat „In der Wahrheit liegt die Kraft“ fasst einen grundlegenden Aspekt des deutschen philosophischen Denkens zusammen und unterstreicht die Überzeugung, dass die Wahrheit eine mächtige und wesentliche Kraft ist. Doch was bedeutet Wahrheit in einer Zeit, in der Informationen in rasender Geschwindigkeit produziert und verbreitet werden?


















