Hülseder Gegenwind

Kooperation mit Hülseder Gegenwind besprochen
26. August 2025. Egbert Gelfert von der Bürgerinitiative „Hülseder Gegenwind“ und Manfred Bartsch haben in einem ersten Gespräch eine mögliche Kooperation besprochen. Eine konstruktive Zusammenarbeit könnte bei einem Treffen der Mitglieder beider Bürgerinitiativen erreicht werden.
Vier Windkraftanlagen verhindert
Im August 2014 formierte sich in Hülsede die Bürgerinitiative „Hülseder Gegenwind“ als Reaktion auf Pläne zur Errichtung eines sogenannten „Bürgerwindparks“. Anlass war ein Informationsabend, bei dem ein „Team Bürgerwindpark“ gemeinsam mit der „Oldendorfer Wind und Strom Handels- und Energiegenossenschaft“ (OWS) die Errichtung von vier Windkraftanlagen westlich des Ortes vorstellte. Die geplanten Anlagen sollten rund 200 Meter hoch sein und jeweils drei Megawatt leisten. Auch die Möglichkeit von Anteilserwerben und Gewinnbeteiligungen wurde in Aussicht gestellt.
Schon während der Veranstaltung regte sich Kritik. In einer spontanen Abstimmung sprach sich kein einziger der Anwesenden für den vorgesehenen Standort aus. Kurz darauf gründeten Bürgerinnen und Bürger die Initiative „Hülseder Gegenwind“. Den Ausschlag gab zudem ein Leserbrief in der Schaumburger Zeitung, in dem der Investor betonte, jede Gemeinde müsse ihren Beitrag zur Energiewende leisten. In Hülsede stieß diese Forderung auf Unverständnis, da die Gemeinde nach Ansicht vieler bereits erheblich vorbelastet sei – durch die Nähe zur Autobahn, eine bestehende Biogasanlage und eine Hochspannungsleitung.
Der Sprecher der Initiative, Dr. Hans-Walter Krannich, bezeichnete die Behauptung der angeblichen Belastungsfähigkeit Hülsedes als „empörend“ und „menschenverachtend“. Er verwies zusätzlich auf den Fluglärm ziviler Maschinen sowie Übungsflüge von Bundeswehr-Hubschraubern und Transportflugzeugen. Als Vergleich zog er die bestehende Hochspannungsleitung heran: Mit 70 Metern sei sie nur ein Drittel so hoch wie die geplanten Windräder, die nach seiner Einschätzung das Landschaftsbild am Süntel massiv beeinträchtigen würden.
Die Bürgerinitiative kündigte an, weitere Themen öffentlich zu machen: gesundheitliche Risiken, Auswirkungen auf Natur und Umwelt, sinkende Immobilienwerte, mögliche Abwanderung junger Menschen, Verödung der Dörfer sowie offene rechtliche Fragen. Eine erste öffentliche Veranstaltung wurde angesetzt. Dort sollten Argumente gesammelt und im Anschluss der Gemeinde Hülsede sowie der Samtgemeinde Rodenberg vorgelegt werden. Der Zeitpunkt war bewusst gewählt: Nur wenige Tage später sollte der Gemeinderat in Hülsede tagen, während parallel auf Samtgemeindeebene ein neuer Flächennutzungsplan mit möglichen Vorranggebieten für Windkraftanlagen diskutiert wurde. In einer begleitenden Pressemitteilung machte Dr. Krannich deutlich, dass Widerstand unvermeidlich sei, „wenn wirtschaftliche Interessen hinter dem Deckmantel des Gemeinwohls verfolgt werden“.
Geballte Manpower und in Kürze erworbenes Fachwissen haben zur Verhinderung der vier Windkraftanlagen in der Hülseder Gemarkung Schafweide beigetragen.
Hülseder Gegenwind
Widerstand gegen neue Windradpläne
Im Dezember 2015 kündigte die Bürgerinitiative „Hülseder Gegenwind“ Widerstand gegen mögliche Erweiterungen der bestehenden Windkraftanlagen an: An der Ortsgrenze zu Hülsede und Messenkamp stehen bereits zwei Windräder mit 99 Metern Nabenhöhe, denkbar wären Anlagen von bis zu 198 Metern. Sprecher Egbert Gelfert betonte, man sei nicht grundsätzlich gegen Windkraft, wehre sich aber gegen Pläne, die massiv Gesundheit und Lebensqualität beeinträchtigten.
Belastungen und Risiken
Mehrere Referenten schilderten die zu erwartenden Folgen. So wies Bauingenieurin Katrin Gläser auf den enormen Materialaufwand und die Bodenversiegelung hin: Ein einziges Windrad mit 135 Metern Nabenhöhe erfordere rund 900 Lkw-Ladungen. Die Ärztin Dr. Stephanie Krannich warnte vor gesundheitlichen Auswirkungen durch Schattenwurf und Infraschall. Dr. Hans-Walter Krannich kritisierte Politik und Verwaltung für Entwürfe, die seiner Ansicht nach vor allem Investoren begünstigen.
Naturschutz und Zerstörung von Horsten
Der Biologe Martin Höhle wies auf geschützte Tierarten hin, deren Lebensräume seiner Meinung nach gefährdet sind. Eine detaillierte Veröffentlichung seiner Daten kündigte er jedoch erst für später an. Aktueller Anlass war eine Anzeige wegen zerstörter Vogelhorste in der Gemarkung Schafweide, wo nach wie vor Interesse am Bau von Windrädern besteht.
Stimmen aus der Bevölkerung
Richterin Birgit Brüninghaus zeigte sich enttäuscht über die mangelnde Rücksichtnahme auf die Bürgerbelange. Während Eigentümerin Marion Bornemann eindringlich vor weiteren Schäden an Natur und Landschaft warnte, berichtete eine Mieterin von bereits heute spürbaren Lärmbelastungen.
Politische Reaktionen
Messenkamps Bürgermeister Frank Witte sicherte Unterstützung zu. Auch aus Schaumburg kamen kritische Stimmen zur Standortwahl. Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla schloss die lebhafte Diskussion mit dem Hinweis auf den bis dahin sachlichen Verlauf.
Nächste Schritte
Der Stadtrat Bad Münder sollte am 17. Dezember 2015 über den Auslegungsbeschluss zum Planentwurf entscheiden. „Wir werden da sein und unsere Beteiligungsrechte nutzen“, kündigte Gelfert an.
Die Umsetzung des Projekts wurde vorerst gestoppt.
Keine Windräder in der Gemarkung Schafweide – Sabowind gescheitert!
Bereits zur Gründung der Bürgerinitiative wurden die vorgesehenen Flächen westlich des Ortes als ungeeignet erkannt. Schon damals verwies die Initiative auf massive Vorbelastungen, Risiken für Mensch, Natur und Umwelt.
Frühjahr 2025. Diese Einschätzung wurde nun bestätigt. Das Land Niedersachsen stuft die Flächen bei Hülsede als „absolut ungeeignet“ ein. Auch der Landkreis hat die Gebiete konsequent aus seiner Planung gestrichen. Ausschlaggebend waren unter anderem Umwelt- und Naturschutzgründe sowie der Schutz der Bevölkerung. Hinzu kommt die zunehmende Bedeutung des Luftraums für die militärische Flugausbildung, ein Faktor, der dem Landkreis seit Langem bekannt ist und entsprechend berücksichtigt wurde. Ein erneuter Versuch, diesmal von der Sabowind GmbH zur Windenergieplanung, ist somit gescheitert.
Titelfoto: © 2025 Google Street View – Flyer © Hülseder Gegenwind