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Bürgermeisterwahl am 13. September 2026

Fragen an die Kandidaten

Allen drei Kandidaten wurden dieselben Fragen gestellt. Wir veröffentlichen die Antworten ohne inhaltliche Bearbeitung.
Die einheitliche Gliederung ermöglicht einen direkten Vergleich der Positionen. Fragen und Antworten lassen sich einzeln öffnen.
Wir danken allen drei Kandidaten für ihre Teilnahme und die ausführlichen Antworten.

Jörn Lohmann

CDU
Bürgermeister
Geburtsjahr: 1993
Wohnort: Auetal
*

Jörn Lohmann mit Steinkauz

Wo soll die Gemeinde Auetal am Ende der kommenden Wahlperiode stehen, und welche drei Entwicklungen sind für Sie dabei besonders wichtig?

Am Ende der kommenden 8 Jahre sollen tendenzielle ausgeglichene Haushalte, eine gesunde Gewerbe- und Wohngebietsentwicklung und ein sicheres ausgewiesenes Radwegenetz durch die Gemeinde Auetal stehen.

Wie sollen Bürgerinnen und Bürger bei größeren Vorhaben und Planungen im Auetal beteiligt werden – insbesondere dann, wenn unterschiedliche Interessen von Gemeinde, Investoren, Flächeneigentümern und Anwohnern aufeinandertreffen?

Wir erleben einen enormen Rückgang in der Rezeption konventioneller Medien, so wie beispielsweise der lokalen Tageszeitung. Daher haben wir uns die Frage gestellt, wie wir die Leute in der heutigen Zeit erreichen können und sind dabei zu folgenden Ergebnissen gekommen:

  1. Die Informationen aus dem Rathaus müssen digitaler kommuniziert werden. Hierzu haben wir gemeinsam mit weiteren Kommunen des Landkreises eine Zusammenarbeit mit der „Lokalportal GmbH“ beschlossen, um eine, von META unabhängige, digitale Informations­plattform ins Leben zu rufen. Unsere Gemeinde wird im Oktober mit diesem Pilotprojekt starten. Über diese Plattform können auch Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung angeboten werden.
  2. Wir haben in der Vergangenheit mit Informations­veranstaltungen gearbeitet, als es beispielsweise um die Entwicklung von Windenergieanlagen oder dem Gewerbegebiet ging. Diese Informations­veranstaltungen waren nicht verpflichtender Teil der Bauleitplanung, sondern ein freiwilliges Informationsgebot, ins Leben gerufen von der Verwaltung. Allerdings haben wir bemerkt, dass auch diese Veranstaltungen nicht immer besonders gut besucht wurden. Daher möchten wir in Zukunft früher mit der Durchführung solcher Informations­veranstaltungen beginnen und diese auch intensiver, ggf. über die neue, oben bereits erwähnte, digitale InformationsApp, bewerben.
  3. Der Interessenausgleich ist die Kernarbeit von Politik; hier spielt die Musik. Um ihn gut gelingen zu lassen, ist es aber auch erforderlich, dass alle Beteiligten gut darlegen, wo ihre Interessen liegen. Dieser Interessens­austausch hat in der Vergangenheit leider manchmal nur auf medialer-, nicht aber auf direkter Ebene zwischen den Beteiligten stattgefunden, und zwar noch bevor der im Gesetz vorgesehene Interessensaustausch im Rahmen eines B-Plan­verfahrens anstand. Um solche Dynamiken gar nicht erst entstehen zu lassen, ist es in Zukunft wichtig, alle Beteiligten bzw. Betroffenen frühzeitig an einen Tisch zu holen, im Zweifelsfall zunächst auch ohne mediale Begleitung, damit es nicht zu stark emotional geführten Gesprächsrunden kommt. Nur mit Vernunft und Sachargumenten lässt sich ein ausgewogener Interessensausgleich wirklich realisieren.

Welche Bedeutung haben für Sie Landschaftsbild, Natur- und Artenschutz bei der weiteren Entwicklung der Windenergie im Auetal, und wo sehen Sie gegebenenfalls Grenzen des Ausbaus?

Das Landschaftsbild im Auetal prägt unsere Gemeinde wie kaum ein anderer Faktor und ist daher besonders schützenswert. Gleichzeitig wollen wir eine Gemeinde sein, die nicht ausschließlich aus Wald und Wiese besteht, sondern auch soziale Infrastruktur bereithält, die es zu finanzieren gilt. Genau diesen Spagat gilt es, in Zukunft hinzubekommen. Dabei ist es mir im Themenfeld der Erneuerbaren wichtig, möglichen Investoren nicht ohne Rahmenbedingungen zu begegnen. Der letzte Investor für ein Windenergiegebiet wollte beispielsweise nicht über einen vorhaben­bezogenen Bebauungsplan zu seinem Baurecht kommen, was wir ihm gegenüber als Gemeinde jedoch zur notwendigen Bedingung gemacht haben. Ohne vorhaben­bezogenen B-Plan hätte der Investor über sog. „immissions­schutz­rechtliche Genehmigungen“ des Landkreises bauen dürfen, sodass die Gemeinde Auetal keinerlei Einfluss mehr auf Anzahl, Höhe und Standort der Anlagen gehabt hätte. Am Ende war diese Bedingung der Gemeindeverwaltung der maßgebliche Grund für den Investor, sich aus dem geplanten Vorhaben in Hattendorf / Raden zurückzuziehen.

Dieses Vorgehen der Gemeindeverwaltung zeigt, dass sie an einem verträglichen Ausbau der Erneuerbaren interessiert ist und sich hierbei nicht das Heft des Handelns von Investoren aus der Hand nehmen lässt. So möchten wir auch in Zukunft vorgehen. Zur Frage der „Grenzen des Ausbaus“ kann ich sagen, dass ich die ca. 10 ha, die im RROP für Windenergie im Gemeindegebiet Auetal vorgesehen sind, für vernünftig halte.

Welche Perspektiven sehen Sie für Naherholung und Tourismus im Auetal? Wie sollten dabei Landschaft, wirtschaftliche Entwicklung, mögliche Windenergie­gebiete und die Nutzung von Fördermitteln miteinander in Einklang gebracht werden?

Für Naherholung und Tourismus im Auetal sollten aus meiner Sicht alle Faktoren gemeinsam betrachtet werden. Die besondere Landschaft und die hohe Lebensqualität sind dabei ein großer Wert, den es zu bewahren gilt. Gleichzeitig darf Entwicklung nicht grundsätzlich als Gegensatz zum Landschaftsschutz verstanden werden.

Wenn das Auetal auch künftig eine eigenständige, lebenswerte und zukunftsfähige Gemeinde bleiben soll, muss es sich weiterentwickeln können. Dazu gehören eine tragfähige wirtschaftliche Entwicklung, gute Arbeits- und Lebensbedingungen, attraktive Angebote für Naherholung und Tourismus sowie eine verantwortungsvolle Nutzung der vorhandenen Flächen.

Auch mögliche Windenergiegebiete müssen in diese Gesamtbetrachtung einbezogen werden. Entscheidend ist, dass solche Vorhaben sorgfältig geplant, mit den Belangen von Landschaft, Natur und Bevölkerung abgewogen und sinnvoll in die Entwicklung der Gemeinde integriert werden. Gleiches gilt für die Nutzung von Fördermitteln: Sie sollten gezielt dort eingesetzt werden, wo sie langfristig einen Mehrwert für die Gemeinde schaffen – etwa für Infrastruktur, Tourismus, Naherholung, Ortsentwicklung oder Klimaschutz.

Unser Ziel sollte daher kein Entweder-oder sein, sondern ein ausgewogenes Miteinander von Landschaftsschutz, wirtschaftlicher Entwicklung, erneuerbaren Energien und einer attraktiven Freizeit- und Tourismusentwicklung. Nur wenn diese Bereiche zusammengedacht werden, kann das Auetal seine Stärken bewahren und gleichzeitig die Voraussetzungen dafür schaffen, auch in Zukunft eigenständig und lebenswert zu bleiben.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, die wirtschaftliche Entwicklung des Auetals zu stärken und die Einnahmesituation der Gemeinde dauerhaft zu verbessern? Welche Rolle sollen dabei Gewerbeansiedlungen, Fördermittel und Einnahmen aus erneuerbaren Energien spielen?

Wir haben in meiner Amtszeit viel investiert, und zwar dort, wo Investitionen dringend erforderlich sind: Betreuung für Kinder, Grundschulsport, Sicherheit, Feuerwehr, Gesundheit, Straßen. Wir tun das jedoch nicht, ohne uns Gedanken darüber zu machen, wie wir diese Investitionen finanzieren. Dabei muss es einen Dreiklang aus der Entwicklung von Gewerbearealen, Erneuerbaren und Wohngebieten geben. Für die Entwicklung von Gewerbegebieten haben wir in den letzten Jahren viel bewegen können. Nicht nur, dass wir bestehende Leerstände, wie beispielsweise im Fall von „Genesis Display“ endlich beendet haben, wir haben auch alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass ein ganz neues Gewerbegebiet entstehen kann. So haben wir insgesamt 6 ha Fläche gegenüber dem bestehenden Gewerbegebiet „Niedere Heide“ erworben und hierfür auch schon ausreichend viele Interessenten gewinnen können. Nun geht es an die baurechtliche Überplanung, damit die interessierten Betriebe auch Baurecht für ihre Vorhaben bekommen.

Im Bereich der Erneuerbaren haben wir in den vergangenen Jahren auch viel Arbeit investiert, sodass wir die Gemeindefinanzen mit einer Freiflächen-PV-Anlage sowie mit 3 bis 4 Windenergie­anlagen in dem Gebiet, das das RROP dafür vorsieht, stärken möchten.

Außerdem befinden sich momentan zwei Wohngebiete in der Entwicklung und weitere werden folgen. Hierbei sollte man nicht vergessen, dass jeder Einwohner und jede Einwohnerin im Durschnitt 1.000 € zusätzlicher Einnahmen für unsere Gemeindekasse bedeutet.

Bei welchen wichtigen Zukunftsfragen des Auetals ist aus Ihrer Sicht eine klare Position des Bürgermeisters besonders erforderlich – auch wenn unterschiedliche Interessen miteinander abgewogen werden müssen?

Eigentlich braucht es Klarheit bezogen nur auf eine Frage: Ist der Bürgermeister bereit, die Gemeinde weiterzuentwickeln und hierfür auch Themen, die Betroffenheiten auslösen, anzugehen. Ohne diese Bereitschaft lässt sich für die Gemeinde Auetal in Zukunft kein Blumentopf mehr gewinnen.

Torben Stemme

SPD
Angestellter im öffentlichen Dienst
Geburtsjahr: 1980
Wohnort: Auetal
*

Torben Stemme 484x622

Wo soll die Gemeinde Auetal am Ende der kommenden Wahlperiode stehen, und welche drei Entwicklungen sind für Sie dabei besonders wichtig?

Mir ist es wichtig, dass unsere Gemeinde auch am Ende der kommenden Wahlperiode eigenständig und handlungsfähig ist. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die wirtschaftliche Grundlage des Auetals nachhaltig stärken. Dazu gehört für mich, unsere heimischen Unternehmen zu unterstützen und gleichzeitig gute Voraussetzungen für die Ansiedlung neuer Betriebe zu schaffen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die weitere Entwicklung des Gewerbegebietes „Niedere Heide 2“.

Gerade in unserem ländlich geprägten Raum ist auch der Tourismus ein wichtiger Faktor für die zukünftige Entwicklung. Dabei geht es mir ausdrücklich nicht um Massentourismus. Vielmehr möchte ich einen gezielten und nachhaltigen Tourismus fördern, von dem unsere Gemeinde, unsere örtlichen Betriebe und letztlich auch die Bürgerinnen und Bürger profitieren.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Sicherung und Weiterentwicklung unserer Lebensqualität – und zwar für alle Generationen. Dazu gehört insbesondere eine funktionierende und zukunftsfähige Infrastruktur. Denn ohne eine gute Infrastruktur wird es schwierig, das Auetal als attraktiven Wohn-, Wirtschafts- und Lebensstandort weiterzuentwickeln.

Mein Ziel ist deshalb klar: Wir müssen wirtschaftliche Stärke, Lebensqualität und den Erhalt unseres ländlichen Charakters miteinander verbinden, damit das Auetal auch langfristig eine eigenständige und lebenswerte Gemeinde bleibt.

Wie sollen Bürgerinnen und Bürger bei größeren Vorhaben und Planungen im Auetal beteiligt werden – insbesondere dann, wenn unterschiedliche Interessen von Gemeinde, Investoren, Flächeneigentümern und Anwohnern aufeinandertreffen?

Bürgerbeteiligung darf nicht erst stattfinden, wenn eine Entscheidung praktisch schon getroffen ist. Gerade bei größeren Vorhaben müssen die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig erfahren, was geplant ist, welche Möglichkeiten bestehen und welche Auswirkungen zu erwarten sind. Sie müssen Gelegenheit bekommen, ihre Sorgen und Bedenken, aber auch ihre Ideen und Vorschläge einzubringen.

Das gilt besonders dann, wenn unterschiedliche Interessen von Gemeinde, Investoren, Flächeneigentümern und Anwohnern aufeinandertreffen. Aufgabe des Bürgermeisters ist es in solchen Situationen, zuzuhören, transparent zu informieren und die unterschiedlichen Interessen ernsthaft und sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

Beteiligung bedeutet für mich allerdings nicht, dass am Ende jeder einzelne Wunsch erfüllt werden kann. Nach einem offenen und transparenten Beteiligungsprozess müssen Entscheidungen getroffen werden. Dafür muss ein Bürgermeister Verantwortung übernehmen und anschließend auch für seine Entscheidung einstehen.

Der Maßstab muss dabei immer das Wohl der gesamten Gemeinde sein.

Welche Bedeutung haben für Sie Landschaftsbild, Natur- und Artenschutz bei der weiteren Entwicklung der Windenergie im Auetal, und wo sehen Sie gegebenenfalls Grenzen des Ausbaus?

Das Auetal zeichnet sich durch seine wunderschöne Landschaft und seinen besonderen ländlichen Charakter aus. Diese Qualitäten gilt es zu bewahren.

Gleichzeitig ist die Beteiligung an der Energiewende heute wichtig und notwendig. Für mich bedeutet das jedoch nicht, dass jede denkbare Maßnahme automatisch auch für das Auetal geeignet ist.

Gerade beim Ausbau der Windenergie ist deshalb Augenmaß erforderlich. Klimaschutz, Landschaftsschutz, Dorfentwicklung und Lebensqualität dürfen nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Projekte müssen ökologisch sinnvoll und für die Gemeinde wirtschaftlich tragfähig sein. Gleichzeitig müssen die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig in die Planungen einbezogen werden.

Insbesondere bei Vorhaben, die das Landschaftsbild oder das unmittelbare Lebensumfeld der Menschen deutlich verändern, ist eine frühzeitige Beteiligung der Betroffenen notwendig.

Grenzen sehe ich dort, wo die Belastungen für Menschen, Natur, Landschaft und die Entwicklung unserer Ortsteile nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen stehen.

Deshalb sollten Entscheidungen nicht pauschal getroffen werden. Jeder mögliche Standort und jedes Projekt muss konkret betrachtet und hinsichtlich seiner Auswirkungen und seines Nutzens für das Auetal bewertet werden.

Welche Perspektiven sehen Sie für Naherholung und Tourismus im Auetal? Wie sollten dabei Landschaft, wirtschaftliche Entwicklung, mögliche Windenergiegebiete und die Nutzung von Fördermitteln miteinander in Einklang gebracht werden?

Wie bereits angesprochen, ist die touristische Entwicklung des Auetals für mich ein wichtiger Bestandteil unserer zukünftigen Regionalentwicklung. Unsere Landschaft und unsere dörflichen Strukturen bieten viele Möglichkeiten, die wir gezielter nutzen können.

Perspektivisch kann ich mir beispielsweise Angebote wie Tiny Houses, Wohnmobilstellplätze oder auch ein kleineres Hotel vorstellen. Besonders wichtig ist für mich jedoch der Ausbau und die Verbesserung unserer Wander- und Radwege. Damit schaffen wir Angebote, die sowohl unseren Gästen als auch den Menschen zugutekommen, die hier leben.

Gleichzeitig dürfen wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus und erneuerbare Energien nicht grundsätzlich als Gegensätze betrachtet werden. Entscheidend ist, dass Vorhaben sinnvoll geplant und unterschiedliche Interessen frühzeitig zusammengebracht werden. Bei möglichen Windenergiegebieten müssen deshalb beispielsweise auch die Auswirkungen auf Landschaft, Lebensqualität und touristische Entwicklung berücksichtigt werden.

Fördermittel können uns dabei helfen, Projekte umzusetzen, die aus dem Gemeindehaushalt allein nur schwer zu finanzieren wären. Durch ein gutes Netzwerk und einen regelmäßigen Blick auf aktuelle Förderprogramme sollten wir die Möglichkeiten konsequent nutzen, die das Auetal tatsächlich voranbringen.

Mein Ziel ist eine Regionalentwicklung, bei der wir wirtschaftliche und touristische Chancen nutzen, ohne die landschaftlichen und dörflichen Qualitäten aufs Spiel zu setzen, die das Auetal lebenswert und für Besucher attraktiv machen.

Wie bei allen größeren Zukunftsprojekten ist auch hier für mich eine frühzeitige und transparente Bürgerbeteiligung von großer Bedeutung.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, die wirtschaftliche Entwicklung des Auetals zu stärken und die Einnahmesituation der Gemeinde dauerhaft zu verbessern? Welche Rolle sollen dabei Gewerbeansiedlungen, Fördermittel und Einnahmen aus erneuerbaren Energien spielen?

Eine dauerhaft bessere Einnahmesituation erreichen wir nicht allein durch Einsparungen. Bei einer angespannten Haushaltslage müssen selbstverständlich alle Ausgaben überprüft und klare Prioritäten gesetzt werden. Ich halte jedoch wenig davon, pauschal Leistungen zu kürzen, die unmittelbar die Lebensqualität oder die Zukunftsfähigkeit unserer Gemeinde betreffen.

Ein zentraler Ansatzpunkt ist für mich deshalb die wirtschaftliche Entwicklung. Zunächst müssen wir die Unternehmen stärken, die bereits im Auetal ansässig sind. Sie sichern Arbeitsplätze, schaffen Wertschöpfung vor Ort und leisten einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Stärke unserer Gemeinde.

Gleichzeitig möchte ich die Entwicklung des Gewerbegebietes „Niedere Heide 2“ voranbringen und damit die Voraussetzungen für neue Unternehmensansiedlungen, zusätzliche Arbeitsplätze und perspektivisch höhere Gewerbesteuereinnahmen schaffen. Eine zukunftsorientierte Verkehrsinfrastruktur und unsere gute Autobahnanbindung sind dabei wichtige Standortvorteile, die wir nutzen sollten.

Darüber hinaus müssen wir Förderprogramme konsequent beobachten und geeignete Fördermittel für Projekte im Auetal nutzen.

Auch erneuerbare Energien können einen finanziellen Beitrag zur Entwicklung unserer Gemeinde leisten. Natürlich müssen wir uns mit möglichen Einnahmen aus solchen Projekten beschäftigen. Für mich darf dabei jedoch nicht ausschließlich die finanzielle Seite betrachtet werden.

Wir müssen ebenso fragen: Welche Auswirkungen hat ein Projekt auf Natur und Landschaft? Welche Belastungen entstehen möglicherweise für die Menschen vor Ort? Und vor allem: Welchen konkreten Vorteil haben die Bürgerinnen und Bürger und unsere Gemeinde davon?

Nur wenn diese Faktoren in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen, können solche Projekte einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunft des Auetals leisten.

Bei welchen wichtigen Zukunftsfragen des Auetals ist aus Ihrer Sicht eine klare Position des Bürgermeisters besonders erforderlich – auch wenn unterschiedliche Interessen miteinander abgewogen werden müssen?

Eine klare Position ist für mich besonders bei den Fragen notwendig, die die langfristige Entwicklung unserer Gemeinde bestimmen. Dazu gehören insbesondere Wirtschaft und Gewerbeentwicklung, Wohnraum, Infrastruktur und Verkehr, erneuerbare Energien, Dorfentwicklung sowie die Zukunft unserer Ortskerne.

Dabei wird es immer wieder Situationen geben, in denen unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Genau dann kommt es auf eine verantwortungsvolle Führung an.

Ein Bürgermeister muss zuhören, Betroffene frühzeitig beteiligen und unterschiedliche Interessen sorgfältig gegeneinander abwägen. Er muss aber auch bereit sein, nach diesem Prozess eine Entscheidung zu treffen, Verantwortung dafür zu übernehmen und für diese Entscheidung einzustehen.

Mein Anspruch lautet deshalb:

Zuhören. Transparent abwägen. Entscheiden. Verantwortung übernehmen.

Dabei darf es nicht bei Gesprächen und guten Ideen bleiben. Aus guten Ideen
müssen konkrete Projekte entstehen.

Gemeinsam mit Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft möchte ich die wichtigen Themen unserer Gemeinde nicht nur verwalten, sondern gestalten und das Auetal aktiv voranbringen.

Yves Buddensieck

WGA
Vertriebsleiter
Geburtsjahr: 1996
Wohnort: Auetal
*

Yves Buddensieck

Wo soll die Gemeinde Auetal am Ende der kommenden Wahlperiode stehen, und welche drei Entwicklungen sind für Sie dabei besonders wichtig?

Am Ende der kommenden Wahlperiode soll das Auetal eine Gemeinde sein, in der die Menschen gerne leben, Familien eine gute Perspektive haben und gleichzeitig unsere einzigartige Landschaft und unser dörflicher Charakter erhalten bleiben.

Für mich sind dabei drei Entwicklungen besonders wichtig:

Erstens: eine solide und zukunftsfähige Gemeinde. Wir müssen unsere Infrastruktur erhalten und dort verbessern, wo es notwendig ist – insbesondere Straßen, Wege, Gebäude, Kindertagesstätten, Feuerwehren und die digitale Infrastruktur. Dabei müssen Investitionen zu den finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde passen.

Zweitens: das Auetal als attraktiven Wohn- und Lebensort weiterentwickeln. Dazu gehören gute Angebote für Kinder und Familien, eine funktionierende Nahversorgung, attraktive Vereine und ein lebendiges Miteinander in unseren Ortsteilen. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass unsere Gemeinde ihren ländlichen und dörflichen Charakter behält.

Drittens: die wirtschaftlichen Chancen unserer Gemeinde nutzen, ohne unsere natürlichen Grundlagen zu verspielen. Das Auetal hat mit seiner Landschaft, seiner Lage und seiner Nähe zu größeren Städten gute Voraussetzungen. Wirtschaftliche Entwicklung, erneuerbare Energien, Tourismus und Naturschutz müssen dabei zusammen gedacht werden.

Mein Ziel ist kein möglichst starkes Wachstum um jeden Preis, sondern eine nachhaltige Entwicklung, von der möglichst viele Menschen im Auetal profitieren.

Wie sollen Bürgerinnen und Bürger bei größeren Vorhaben und Planungen im Auetal beteiligt werden – insbesondere dann, wenn unterschiedliche Interessen von Gemeinde, Investoren, Flächeneigentümern und Anwohnern aufeinandertreffen?

Bei größeren Vorhaben müssen die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig informiert und beteiligt werden – nicht erst dann, wenn wesentliche Entscheidungen bereits getroffen worden sind.

Ich halte es für wichtig, Informationen verständlich und nachvollziehbar zur Verfügung zu stellen. Bei größeren Projekten sollten außerdem frühzeitig Informationsveranstaltungen und, wenn sinnvoll, moderierte Bürgerdialoge stattfinden.

Dabei muss klar sein: Bürgerbeteiligung bedeutet nicht automatisch, dass jede einzelne Forderung umgesetzt werden kann. Ein Bürgermeister muss unterschiedliche Interessen zusammenführen und am Ende auch Entscheidungen treffen. Aber die Bürgerinnen und Bürger müssen die Möglichkeit haben, ihre Argumente einzubringen und nachvollziehen zu können, warum eine Entscheidung so und nicht anders getroffen wurde.

Gerade wenn Gemeinde, Investoren, Grundstückseigentümer und Anwohner unterschiedliche Interessen haben, braucht es einen fairen und transparenten Prozess. Ich möchte dabei nicht zwischen den Beteiligten „vorentscheiden“, sondern zunächst alle berechtigten Interessen anhören und anschließend nach sachlichen Kriterien abwägen.

Für mich gilt: Transparenz schafft Vertrauen – und Vertrauen ist die Grundlage einer guten Kommunalpolitik.

Welche Bedeutung haben für Sie Landschaftsbild, Natur- und Artenschutz bei der weiteren Entwicklung der Windenergie im Auetal, und wo sehen Sie gegebenenfalls Grenzen des Ausbaus?

Das Auetal ist in besonderer Weise durch seine Landschaft geprägt. Diese Landschaft ist nicht nur ein wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen, sondern auch ein wesentlicher Teil unserer Lebensqualität und unseres touristischen Potenzials.

Deshalb sehe ich den Ausbau der Windenergie grundsätzlich als einen wichtigen Bestandteil der Energiewende, aber nicht als Selbstzweck. Windenergie muss dort stattfinden, wo sie unter Berücksichtigung der gesetzlichen Vorgaben, des Natur- und Artenschutzes sowie des Landschaftsbildes verantwortbar ist.

Für mich darf die Diskussion deshalb nicht ausschließlich auf die Frage reduziert werden, wie viele Windenergieanlagen möglich sind. Wir müssen auch betrachten, welche Auswirkungen eine Konzentration von Anlagen auf einzelne Ortsteile und Landschaftsräume hat.

Besonders wichtig sind mir eine frühzeitige Information der Bevölkerung, eine transparente Standortplanung und die konsequente Berücksichtigung von Natur- und Artenschutz.

Eine Grenze des Ausbaus sehe ich dort, wo die Belastungen für Mensch, Natur und Landschaft in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum zusätzlichen Nutzen stehen.

Gleichzeitig sollten wir die Chancen erneuerbarer Energien für die Gemeinde nutzen. Wenn im Auetal Energie erzeugt wird, sollte nach Möglichkeit auch ein angemessener Teil der wirtschaftlichen Wertschöpfung bei der Gemeinde und den Bürgerinnen und Bürgern ankommen.

Welche Perspektiven sehen Sie für Naherholung und Tourismus im Auetal? Wie sollten dabei Landschaft, wirtschaftliche Entwicklung, mögliche Windenergiegebiete und die Nutzung von Fördermitteln miteinander in Einklang gebracht werden?

Das Auetal hat aus meiner Sicht ein großes, bislang noch nicht vollständig ausgeschöpftes Potenzial für Naherholung und einen naturverträglichen Tourismus.

Unsere Landschaft, die Wander- und Radwege, die Ortsteile und die Nähe zu den umliegenden Regionen bieten gute Voraussetzungen. Dabei müssen wir nicht versuchen, ein klassisches Touristenzentrum zu werden. Viel sinnvoller erscheint mir eine Entwicklung als attraktiver Natur-, Wander- und Naherholungsraum.

Dafür brauchen wir gute Wege, eine bessere Beschilderung, digitale Informationen und attraktive Angebote. Gleichzeitig sollten Gastronomie, Übernachtungsmöglichkeiten, Vereine, Landwirtschaft und regionale Anbieter stärker miteinander vernetzt werden.

Auch Fördermittel sollten wir gezielt einsetzen. Entscheidend ist dabei nicht, möglichst viele Fördergelder zu beantragen, sondern Projekte umzusetzen, die langfristig einen Nutzen für das Auetal bringen und deren Folgekosten für die Gemeinde beherrschbar bleiben.

Windenergie und Tourismus müssen dabei nicht grundsätzlich Gegensätze sein. Allerdings müssen Standorte und Umfang des Ausbaus so gewählt werden, dass die besonderen Landschaftsräume des Auetals nicht unnötig beeinträchtigt werden.

Mein Grundsatz lautet deshalb: Natur erhalten, regionale Wertschöpfung stärken und Erholung ermöglichen.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, die wirtschaftliche Entwicklung des Auetals zu stärken und die Einnahmesituation der Gemeinde dauerhaft zu verbessern? Welche Rolle sollen dabei Gewerbeansiedlungen, Fördermittel und Einnahmen aus erneuerbaren Energien spielen?

Die finanzielle Situation einer Kommune entscheidet maßgeblich darüber, welchen Gestaltungsspielraum sie überhaupt hat. Deshalb müssen wir sowohl auf der Ausgabenseite als auch auf der Einnahmeseite ansetzen.

Eine Möglichkeit ist die gezielte Entwicklung geeigneter Gewerbeflächen. Dabei sollten wir nicht versuchen, jeden beliebigen Betrieb anzusiedeln. Wünschenswert sind vielmehr Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen, zur Gemeinde passen und möglichst langfristig vor Ort bleiben.

Auch bestehende Unternehmen und kleinere Betriebe müssen stärker in den Blick genommen werden. Wirtschaftsförderung beginnt nicht erst bei der Ansiedlung eines neuen Unternehmens, sondern auch bei guten Rahmenbedingungen für die Betriebe, die bereits hier sind.

Fördermittel können wichtige Projekte ermöglichen, dürfen aber nicht dazu führen, dass die Gemeinde dauerhaft hohe Folgekosten übernimmt. Deshalb sollte vor jeder größeren Investition geprüft werden, was sie langfristig kostet und welchen Nutzen sie tatsächlich bringt.

Einnahmen aus erneuerbaren Energien können für die Gemeinde eine zusätzliche Chance darstellen. Wenn im Auetal entsprechende Anlagen entstehen, sollten die daraus entstehenden Einnahmemöglichkeiten konsequent genutzt werden. Gleichzeitig darf die Aussicht auf Einnahmen nicht dazu führen, dass andere wichtige Kriterien wie Landschafts- und Naturschutz vernachlässigt werden.

Mein Ziel ist eine breit aufgestellte Einnahmebasis, damit die Gemeinde nicht dauerhaft von einzelnen Einnahmequellen abhängig ist.

Bei welchen wichtigen Zukunftsfragen des Auetals ist aus Ihrer Sicht eine klare Position des Bürgermeisters besonders erforderlich – auch wenn unterschiedliche Interessen miteinander abgewogen werden müssen?

Ein Bürgermeister muss insbesondere dann klare Verantwortung übernehmen, wenn unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen und Entscheidungen für die langfristige Entwicklung der Gemeinde getroffen werden müssen.

Das gilt aus meiner Sicht beispielsweise für die zukünftige Flächennutzung, die Entwicklung von Gewerbe- und Wohnflächen, die Windenergie, die Infrastruktur, die kommunalen Finanzen sowie die Entwicklung unserer Ortsteile.

Der Bürgermeister sollte dabei nicht versuchen, es allen recht zu machen. Das ist bei vielen kommunalpolitischen Entscheidungen gar nicht möglich. Seine Aufgabe ist es vielmehr, zuzuhören, Argumente abzuwägen, Entscheidungen transparent zu erklären und anschließend auch Verantwortung dafür zu übernehmen.

Ich halte es für wichtig, dass ein Bürgermeister dabei unabhängig von Einzelinteressen und möglichst frei von persönlichen oder wirtschaftlichen Abhängigkeiten handelt.

Gerade bei schwierigen Zukunftsfragen braucht es deshalb aus meiner Sicht drei Dinge: Zuhören, Abwägen und Entscheiden.

Das Auetal braucht einen Bürgermeister, der die verschiedenen Interessen der Ortsteile und Bevölkerungsgruppen zusammenführt, aber gleichzeitig eine klare Vorstellung davon hat, wohin sich unsere Gemeinde entwickeln soll.

*) Daten aus der Wahlbekanntmachung Nr. 7 der Gemeinde Auetal für die Kommunalwahlen am 13.09.2026.

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