Energiewende ist zu teuer geworden
„Diese Energiewende bringt uns um“ – Worte und Wirklichkeit
Der Energieökonom Prof. Dr. Fritz Vahrenholt greift eine zugespitzte Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz auf und stellt die Frage nach der politischen Konsequenz. Merz hatte kurz vor einer Wahl erklärt:
„Diese Energiewende, wenn wir sie jetzt nicht korrigieren, bringt uns um. Sie ist zu teuer geworden. Es ist der falsche Weg, man kann nicht nur alles mit Sonne und Wind machen.“
Vahrenholt kritisiert, dass dieser Befund nicht zu einer Kursänderung führt. Stattdessen beschließt die Bundesregierung weitere Programme, die aus seiner Sicht die bestehenden Probleme verschärfen.
Hohe Kosten – geringe Wirkung
Im Zentrum der Kritik steht das Klimaschutzprogramm 2026. Für rund 8 Milliarden Euro sollen bis 2030 etwa 25 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Daraus ergibt sich ein rechnerischer Preis von rund 320 Euro pro Tonne CO2 – deutlich über dem aktuellen Zertifikatspreis.
Für Vahrenholt ist das ein Hinweis auf mangelnde Effizienz: Statt kostengünstiger Instrumente würden teure Maßnahmen gewählt, deren Zusatzkosten – etwa durch Ausbau und Integration von Wind- und Solarenergie – noch gar nicht vollständig berücksichtigt seien.
Mehr Windkraft – steigende Subventionen
Ein Schwerpunkt des Programms ist der weitere Ausbau der Windenergie. Zusätzliche Ausschreibungen sollen den Ausbau beschleunigen. Laut Vahrenholt hat das zwei Effekte:
Zum einen steigen die garantierten Vergütungssätze, weil mehr Projekte zum Zug kommen. Zum anderen sinken bei starkem Wind häufig die Börsenstrompreise. Die Differenz zwischen Marktpreis und garantierter Vergütung wird dann aus dem Bundeshaushalt ausgeglichen.
Beides zusammen führe zu deutlich höheren staatlichen Zuschüssen über viele Jahre hinweg.
Ausbau in windschwachen Regionen
Besonders kritisch sieht Vahrenholt die Förderung von Windkraft in windärmeren Regionen Süddeutschlands. Über das sogenannte Referenzertragsmodell werden dort höhere Vergütungen gewährt, um Projekte wirtschaftlich zu machen.
Aus seiner Sicht bedeutet das: Je schlechter der Standort, desto höher die Förderung. Dadurch entstünden langfristige Mehrkosten in Milliardenhöhe, die letztlich von Verbrauchern und Unternehmen getragen würden.
Kritik an politischen Zielsetzungen
Vahrenholt wirft der Bundesregierung zudem vor, internationale Klimaziele zu verschärfen und zeitlich vorzuziehen. Während das Pariser Klimaabkommen ein Gleichgewicht der Emissionen erst in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts vorsieht, habe Deutschland deutlich frühere Ziele festgelegt.
Dies verschärfe den wirtschaftlichen Druck auf Industrie und Haushalte unnötig. Spielräume für eine Entlastung – etwa durch zeitliche Streckung von Maßnahmen – würden nicht genutzt.
Forderung nach Kurskorrektur
Abschließend plädiert Vahrenholt für eine grundlegende Neubewertung der Energiepolitik. Dazu zählen aus seiner Sicht:
- stärkere Orientierung an Kosten und Versorgungssicherheit
- Entlastung von Bürgern und Unternehmen bei Energiepreisen
- Überprüfung bestehender Verbote und Ausstiegsbeschlüsse
Sein Fazit: Zwischen den warnenden Worten aus der Politik und den tatsächlichen Entscheidungen klaffe eine erhebliche Lücke. Eine Korrektur der Energiewende sei daher aus seiner Sicht dringend erforderlich.
Rundbrief von Prof. Dr. Fritz Vahrenholt
Der Rundbrief kann auf der Website abonniert werden:
Titelbild: freepik.com – Montage mit Prof. Dr. Fritz Vahrenholt.

