Schallimmissionsprognose
Das Vorhaben
Für den Ortsteil Eimbeckhausen der Stadt Bad Münder wurde die Errichtung einer Windenergieanlage des Typs Enercon E-175 EP5 E2 mit einer Gesamthöhe von 262,5 Metern genehmigt.
Diese Seite behandelt den Teilbereich „Schallimmissionsprognose“ der Dokumentation WEA Eimbeckhausen.
Dokumentationsstand
September 2026 (letzte Aktualisierung: 22.09.2026). Grundlage sind behördliche Genehmigungsunterlagen, Fachgutachten sowie öffentlich zugängliche Dokumente. Die Dokumentation wird fortlaufend ergänzt.
Schall als Teil des Genehmigungsverfahrens
Windenergieanlagen verursachen im Betrieb Geräusche, insbesondere durch die Bewegung der Rotorblätter. Im Genehmigungsverfahren muss deshalb geprüft werden, welche Schallimmissionen an der umliegenden schutzbedürftigen Bebauung zu erwarten sind und ob die maßgeblichen Immissionsrichtwerte eingehalten werden.
Für die geplante Windenergieanlage bei Eimbeckhausen wurde die Ramboll Deutschland GmbH mit einer Schallimmissionsprognose beauftragt. Untersucht wurde eine Enercon E-175 EP5 E2 mit 175 Metern Nabenhöhe. Die Prognose wurde nach TA Lärm und unter Anwendung des für Windenergieanlagen vorgesehenen Interimsverfahrens erstellt.
Eine neue Anlage – vorhandene Schallquellen
Die neue Windenergieanlage wird bei der schalltechnischen Beurteilung nicht isoliert betrachtet. Das Gutachten unterscheidet zwischen der Vorbelastung, der Zusatzbelastung durch die neue Anlage und der daraus entstehenden Gesamtbelastung.
Als relevante bestehende Windenergieanlagen wurden die beiden Enercon E-48 bei Eimbeckhausen berücksichtigt. Sie verfügen über jeweils 800 kW Nennleistung und eine Nabenhöhe von 75,6 Metern.
Die neue Anlage ist mit den UTM-Koordinaten 527.211 / 5.788.618 angegeben. Für den Nachtbetrieb ist der Betriebsmodus OM-0-0 angesetzt.
Welche Wohnbereiche wurden untersucht?
Die maßgeblichen Immissionsorte wurden anhand topografischer Karten, des amtlichen Liegenschaftskatasters und von Luftbildern ermittelt. Zusätzlich erfolgte am 2. Dezember 2024 eine Ortsbesichtigung.
Berücksichtigt wurden Wohngebäude unter anderem in Eimbeckhausen, Waltershagen, Messenkamp, Hülsede, Lauenau, Schmarrie, Rohrsen und Althagen. Für die Beurteilung sind insbesondere die strengeren Immissionsrichtwerte während der Nachtzeit von 22 bis 6 Uhr von Bedeutung.
Damit reicht die schalltechnische Betrachtung deutlich über den unmittelbaren Anlagenstandort hinaus.
Wie wurde gerechnet?
Die Berechnung erfolgt nicht für eine beliebige durchschnittliche Wettersituation. Das Gutachten legt für die Schallausbreitung unter anderem Mitwindbedingungen, eine Lufttemperatur von 10 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent zugrunde. Betrachtet wird die lauteste Nachtstunde.
Für die geplante Enercon E-175 werden Herstellerdaten verwendet. Der angegebene Gesamtschallleistungspegel beträgt im vorgesehenen Betriebsmodus 106,9 dB(A). Unter Berücksichtigung der angesetzten Unsicherheiten wird für den oberen Vertrauensbereich ein Wert von 109,0 dB(A) ausgewiesen.
Ramboll bezeichnet die Prognose aufgrund der gewählten Ansätze als konservativ und führt aus, dass die berechneten Ergebnisse damit auf der „sicheren Seite“ liegen sollen.
Die Ergebnisse
Nach den Berechnungen werden die maßgeblichen nächtlichen Immissionsrichtwerte an allen untersuchten Immissionsorten eingehalten. Ramboll kommt deshalb zu dem Ergebnis, dass dort aus schalltechnischer Sicht nicht von einer schädlichen Umwelteinwirkung beziehungsweise erheblichen Belästigung im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes auszugehen sei.
Die Abstände zu den jeweiligen Richtwerten unterscheiden sich allerdings deutlich. Besonders nah am Richtwert liegen zwei untersuchte Immissionsorte:
Eimbeckhausen, Am bhf 3:
Richtwert 45 dB(A) – berechnete Gesamtbelastung 44 dB(A)
Messenkamp, Klein Amerika 1:
Richtwert 45 dB(A) – berechnete Gesamtbelastung 44 dB(A).
In Lauenau, Lerchenweg 9, werden bei einem nächtlichen Richtwert von 35 dB(A) dagegen 28 dB(A) Gesamtbelastung berechnet. Für Hülsede, In der Siedlung 30, werden 31 dB(A) bei einem Richtwert von 40 dB(A) ausgewiesen.
Vorbelastung, Zusatzbelastung und Gesamtbelastung
Die detaillierten Berechnungsergebnisse zeigen, wie sich die Werte zusammensetzen.
Bei Klein Amerika 1 beträgt die berücksichtigte Vorbelastung 39,2 dB(A). Für die neue Windenergieanlage werden 42,3 dB(A) Zusatzbelastung berechnet. Daraus ergibt sich eine Gesamtbelastung von 44,0 dB(A).
Bei Am bhf 3 in Eimbeckhausen werden 41,6 dB(A) Vorbelastung und 39,4 dB(A) Zusatzbelastung ausgewiesen. Die errechnete Gesamtbelastung beträgt 43,7 dB(A) und wird in der zusammenfassenden Darstellung mit 44 dB(A) angegeben.
Die Beispiele verdeutlichen, warum für die Beurteilung nicht allein die Geräuschentwicklung der neuen Windenergieanlage betrachtet wird. Maßgeblich ist die Belastung, die sich am jeweiligen Immissionsort aus den zu berücksichtigenden Schallquellen ergibt.
Welche Geräuschquellen blieben unberücksichtigt?
Im Rahmen der Prognose wurden weitere mögliche Vorbelastungsquellen betrachtet.
Eine Biogasanlage südöstlich von Eimbeckhausen wurde aufgrund ihrer Entfernung von 2,2 Kilometern zum nächstgelegenen relevanten Immissionsort als nicht relevant eingestuft. Gleiches gilt für einen Stall und eine weitere Biogasanlage in Beber sowie für einen Steinbruch bei Hamelspringe.
Der Möbelhersteller Wilkhahn in Eimbeckhausen blieb unberücksichtigt, da nach den zugrunde gelegten Angaben kein Nachtbetrieb stattfindet.
Bei den Windenergieanlagen wurden die beiden bestehenden Enercon E-48 als relevante Vorbelastung untersucht. Vier weitere Windenergieanlagen im Umfeld wurden für die Schallimmissionsprognose als irrelevant eingestuft.
Prognose statt Messung
Für die Einordnung der Ergebnisse ist ein Unterschied wesentlich: Bei den angegebenen Werten handelt es sich um berechnete Immissionen für die geplante Windenergieanlage – nicht um Messwerte einer bereits am Standort Eimbeckhausen betriebenen Enercon E-175 EP5 E2.
Für die Emissionsdaten der geplanten Anlage wurden Herstellerangaben zugrunde gelegt und mit einem Zuschlag für den oberen Vertrauensbereich versehen.
Das Gutachten weist außerdem darauf hin, dass Änderungen an der Anlagenposition, am Anlagentyp, an den Anlagenspezifikationen oder an anderen für die Schallberechnung relevanten Einflussfaktoren ein neues Gutachten erforderlich machen.
Nach der Inbetriebnahme
Mit der Prognose wird beurteilt, welche Schallimmissionen unter den zugrunde gelegten Bedingungen zu erwarten sind. Nach Errichtung der Anlage stellt sich eine weitere Frage:
Entspricht die tatsächlich betriebene Windenergieanlage den Annahmen und Emissionswerten, die der Genehmigung zugrunde liegen?
Dieser Aspekt kann nach Errichtung und Inbetriebnahme der Anlage weiterverfolgt und die Dokumentation entsprechend ergänzt werden.
📄Schallimmissionsprognose im Original
Die vollständige Schallimmissionsprognose der Ramboll Deutschland GmbH umfasst 68 Seiten. Neben den Berechnungsgrundlagen und Ergebnissen enthält sie unter anderem Karten, technische Daten, Herstellerangaben und detaillierte Berechnungsausdrucke.
Illustration: Manfred Bartsch – erstellt mit OpenAI ChatGPT.


