BayWa r.e. vor Kontrollwechsel?
Sanierung bleibt schwierig
Die wirtschaftliche Krise des BayWa-Konzerns ist weiterhin nicht überwunden. Wie das Fachportal agrarheute am 19. Oktober 2026 berichtet, ist ein wichtiger Bestandteil des Sanierungskonzepts gescheitert. Gleichzeitig zeichnet sich bei der Tochtergesellschaft BayWa r.e., die im Bereich der erneuerbaren Energien tätig ist, eine Veränderung der Eigentümer- und Kontrollverhältnisse ab.
Gläubiger lehnen Kapitalschnitt ab
Die Gläubiger einer Hybridanleihe über ursprünglich 100 Millionen Euro haben einem weitreichenden Forderungsverzicht nicht zugestimmt. Vorgesehen war, dass sie auf 98 Prozent des Nennbetrags sowie ausstehende Zinsen verzichten.
Damit bleibt die BayWa AG grundsätzlich für die garantierten Ansprüche verantwortlich. Unmittelbare Zahlungsverpflichtungen ergeben sich daraus nach Angaben des Unternehmens allerdings derzeit nicht. Die geplante finanzielle Entlastung konnte bislang nicht erreicht werden.
Neue Gesellschaft soll BayWa r.e. übernehmen
Auch die Zukunft der Erneuerbare-Energien-Tochter BayWa r.e. bleibt Gegenstand der Restrukturierung. Nach Informationen von agrarheute wurde die Arabella BidCo GmbH gegründet, die künftig die alleinige Kontrolle über BayWa r.e. übernehmen soll.
Der beabsichtigte Kontrollerwerb wurde am 9. Oktober 2026 bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde angemeldet. Die Gesellschaft wird von dem Sanierungsexperten Florian Tobias Dausend geführt.
Damit zeichnet sich eine organisatorische Neuordnung ab. Ob und in welchem Umfang sich dadurch Veränderungen für laufende oder geplante Windenergieprojekte ergeben, ist derzeit offen.
Welche Bedeutung hat das für Eimbeckhausen?
BayWa r.e. ist auch mit dem geplanten Windenergieprojekt in Eimbeckhausen im Landkreis Hameln-Pyrmont verbunden. Über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens und das regionale Vorhaben haben wir bereits in zwei Beiträgen berichtet.
Die aktuellen Entwicklungen werfen erneut die Frage auf, wie sich die Restrukturierung auf die langfristige Finanzierung, Umsetzung und Verantwortung für solche Projekte auswirken könnte. Konkrete Auswirkungen auf das Genehmigungsverfahren oder die Realisierung der Windenergieanlage in Eimbeckhausen sind bislang nicht belegt.
Weitere Informationen zur finanziellen Situation des Konzerns werden mit dem angekündigten Konzernfinanzbericht für 2025 am 22. Dezember 2026 erwartet.
Quellennachweis: Norbert Lehmann, agrarheute, 19. Oktober 2026: „BayWa scheitert mit Kapitalschnitt bei Hybridanleihe – die Folgen für die Sanierung“.
Beiträge zum Thema
Dokumentation: Windrad bei Eimbeckhausen
262,5 Meter Gesamthöhe, ein Standort nahe dem Naturschutzgebiet Walterbachtal und ein beschleunigtes Genehmigungsverfahren nach § 6 WindBG. Wir dokumentieren das Vorhaben anhand des Genehmigungsbescheids, der Fachgutachten und behördlichen Stellungnahmen.

